Geschichte

Rott Jäger 7

im Bürgerbataillon Bückeburg
2. Kompanie

Der Tradition verpflichtet

Das Bürgerbataillon e.V. ist eine Vereinigung der Bürgerschaft zur Pflege bewährter Traditionen und guter Nachbarschaft, so lautet der Text im Paragrafen 2 der Satzung.

Das ist auf den ersten Blick nichts Ungewöhnliches, doch in diesem Jahr ehrt sich nicht nur das von der Bundeswehr bereits im März mit Großen Zapfenstreich und Empfang im Schloß gefeierte 50ste Jubiläum am Standort Bückeburg, sondern auch die damit einhergehende Verbundenheit zum Bürgerbataillon Bückeburg.

Aus diesem Grund hat sich die Rottführung des Rott Jäger 7 dazu entschlossen, dieses Jubiläum ebenfalls in Verbindung mit dem Bürgerschießen im kleineren Rahmen zu würdigen.

Im März 1957 wurde mit der Verlegung des 2. Bataillons des Luftwaffenausbildungs-
regimentes 4 aus Buxtehude an den Standort Bückeburg der Grundstein für die Bundeswehr am Standort Bückeburg gelegt.

Aber warum würdigt das Rott Jäger 7 dieses Jubiläum und was verbindet dieses Rott eigentlich mit der Bundeswehr?

Um das zu beantworten muss man nicht weit in die Geschichte „dieser kleinen Garnison“ zurückgehen.

Da gab es den Verein ehemalige Jäger und Schützen, in dem sich in den zwanziger Jahren zahlreiche Aktive und Förderer des Bürgerschießens befanden und der heute noch durch die „Traditionsgruppe Jäger 7“ im Rott fest integriert ist.

Und es gab über die zwei Weltkriege hinaus den Treffpunkt der ehemaligen Bückeburger Jäger des westfälischen Jägerbataillons No. 7 im „Schaumburger Hof“ in der Obertorstraße.

Hier traf sich auch die Bürgerschaft in der von der Bataillonsführung zugewiesenen Lokalität „Rott 14“ unter Rottführer Ernst Bornemann. Ihm folgte 1953 Bäckermeister Hesse.

Es wurde darüber hinaus im “Schaumburger Hof” im großen Saal zum Neubeginn des Bürgerschießens in der alten Jägerstadt 1952 auf Königs-, Ehren- und Prozentscheibe geschossen.

Der Rottbezeichnung „Rott Jäger 7“ wurde Anfangs noch keine Bedeutung zuteil, bis 1954 eine von Heinz Roth gestiftete Fahne auf die Namensgebung nach Außen hin erkennbar mit der Schießauszeichnung „Jäger-Kaiser-Abzeichen“ hingewiesen hat.

Im Jahre 1957 nahm erstmals nach dem 2. Weltkrieg nicht nur ein Ehrenzug der Bundeswehr unter der Führung von Oberleutnant Florin teil, sondern auch eine Abordnung der Bückeburger Jäger aus dem Rott Jäger 7 marschierte in Paradeuniform in den Reihen der Bürgerschützen an der Ehrentribüne vorbei.

Das damalige Offizier- und Unteroffizierkorps sowie einige Mannschaften der Bundeswehr wurden für die Teilnahme an den Rottfeiern auf die Kompanien aufgeteilt.

Das Rott Jäger 7 war vor 1970 zusammen mit dem Dahlien-, Mühlen- und dem Hypothekenrott der 1. Kompanie (Harrlgebiet) unterstellt. Zu dieser Zeit war unser Bürgerkönig von 1960 Harry Grimme Rottleiter. Ihm folgten im Amt Heinz Roth undHorst Frensel senior.

Das Unterstellungsverhältnis im Bürgerbataillon änderte sich 1969 durch Beschluss der damaligen Generalversammlung, die Kompaniebereiche neu aufzuteilen, da viele Bückeburger in die Außenbereiche ihrer Stadt umgezogen waren.

Erstmals 1970 marschierten die Rottbrüder unter dem Befehl der 2. Kompanie.

Rottfeiern gab es nach der Schließung des „Schaumburger Hofsf“ in privaten Räumlichkeiten oder Gärten des zugeteilten Rottbereichs, bestehend aus der Obertorstraße, Ulmenallee bis zum Straußweg, Hermann Löns Straße und Oberwallweg.

Dass im heutigen Sprachgebrauch das Rott Jäger 7 manchmal auch als “Soldatenrott“ bezeichnet wird, liegt an der besonderen Nähe zur Bundeswehr, die im Herzen der Jägerkaserne das heutige Rottlokal beheimatet.

Der Spieß der VII. Inspektion Stabsfeldwebel a. D. Günter Bolanz, übernahm als erster aktiver Soldat das Rott von Hansgeorg Wilkening und hielt mit seinem Unteroffizierkorps an der Tradition fest.

Nachdem 1960 der Standort Bückeburg fest in Heeresfliegerhand war, wurde während des Bürgerschießens der Schießpreis „Bester Schütze der Bundeswehr“ gleichzeitig ausgeschossen.

Erster “Bester Schütze” nach dem Krieg war Flieger Wolfgang Irmer aus Braunschweig, der seit 1999 bei den Rottfeiern zusammen mit seiner Frau wieder am Rottfrühstück teilnimmt.

Zudem finden sich auf der Soldatenkette Namen von Personen wieder, die auch heute noch in vielen Rottbereichen des Bürgerbataillons tätig sind oder waren.

Ein Soldat davon ist Stabsfeldwebel Andreas Paul Schöniger, der von Hauptfeldwebel Michael Everding das Rott Jäger 7 übernommen hatte und sich im Jahr der Übernahme 1999 auch als hervorragender Schütze erwies und unter den Bückeburgern für die 2. Kompanie und seinem Rott den Titel des Bürgerschützenkönigs errang.

Im Laufe der Jahre hat sich das Rott entgegen allen Äußerungen zu einem festen Bestandteil in der 2. Kompanie gemausert.

Mit einer jungen Mannschaft unter der heutigen Leitung von Stabszugführer Hartmut Michaelis wurden manchmal eigenwillige, aber nicht dem Ansehen des Bürgerschießens schadende Maßnahmen zur Attraktivität des Rott Jäger 7 unternommen.

Die strittige offizielle Beteiligung der Damen der Rottmitglieder am Frühstück seit 2003 war trotz aller Kritik ein erster Garant dafür, nie in die Eintönigkeit zu verfallen und auch den Rückhalt bei den Frauen zu gewährleisten.

Mit der Freundschaft zum Bürgerbataillon Lahde und den neuen Kontakten zum Rosenrott aus Stadthagen, werden weitere Brücken der Kameradschaft geschlagen.

Seit 2005 tanzen nicht nur die „Linken Füße“ auf den Tischen, sondern auch eine 2003 entstandene Idee des stv. Leiter Preußen Museum, Carsten Reuß, wurde umgesetzt und der schwarze Anzug mit Zylinder wurde gegen den „grünen Rock mit Tschako“ ausgetauscht und erstmalig wieder getragen. Dieses Jahr erlebt das Bürgerschießen 50 Jahre später eine erneute Präsentation in Paradeuniform seiner Jäger.

Auch die Gäste aus der Partnerstadt Nieuwerkerk aan den Ijssel, die mit Peter Abresch seit Jahren das Rott besuchen, sind von der guten Stimmung im Rott und der durchdringenden Stimme von Stabszugführer Jürgen „Jonny“ Schmökel bei den Gesangseinlagen begeistert.

In diesem Jahr unter dem Motto „Der Tradition verpflichtet“ hat das Rott Jäger 7 zum diesjährigen Bürgerschützenfest seine Kameraden der Bundeswehr der Heeresfliegerwaffenschule eingeladen.

Mit der Unterstützung seitens der Schulführung, vertreten durch Oberst Hans Heinrich Heidmann und Oberstleutnant Martin Weißenfels an der Spitze, hofft das Rott Jäger 7 im Jubiläumsjahr auf eine gute Beteiligung von Mitbürgern in Bundeswehruniform aus den Bückeburger Kasernen.

Rottwirt und Küchenmeister Michael Unruh, der seit Jahren mit einem variierenden Angebot an Speisen seine Gäste verwöhnt, wird in diesem Jahr eine deftige Gulaschsuppe im Brotmantel als Hauptgericht bereithalten.